Una giornata italiana

Ein italienischer Tag in einem Stück.

Sieben Uhr morgens, Trastevere. Das Licht hat die Farbe von Milch. Sofia öffnet das Küchenfenster, stellt die Moka auf den Herd und greift nach der Leinen-Camicia, die sie gestern Abend über den Stuhl gelegt hat. Sie zieht sie über das Unterkleid, in dem sie geschlafen hat. Nicht weil sie es geplant hätte — sondern weil sie da ist, und es funktioniert.

Um acht ist sie im Bar Toto, ein Cornetto in der einen Hand, die Camicia in eine weite Hose gesteckt, die Ärmel noch vom Schlaf hochgekrempelt. Der Barista nickt. Sie nickt zurück. Das ist Dienstag, in Leinen.

Mittags ist sie in einem Meeting. Die Hose ist jetzt ein Bleistiftrock, die Camicia ist zugeknöpft, die Ärmel sind unten. Niemand hat sie sich umziehen sehen. Weil sie das nicht getan hat, nicht wirklich. Sie hat nur neu gebunden. Das meinen wir, wenn wir sagen, eine kleine Garderobe mischt sich selbst neu.

Sechs Uhr abends, auf einer Dachterrasse. Die Camicia ist wieder offen, jetzt über einem Seidenhemdchen, herausgezogen, die Ärmel am Ellbogen. Ein Negroni. Eine Freundin. Dieselbe Bluse, das vierte Outfit des Tages.

Das ist die Mathematik der Capsule. Sechs Tops, sechs Hosen, acht Möglichkeiten, jedes zu tragen, vierundzwanzig Stunden an einem Dienstag. Pikora ist nicht weniger Kleidung. Pikora ist dieselbe Kleidung, die mehr leistet.

— aus dem Tagebuch, Woche eins

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